Samtgemeinde-Unternehmer diskutieren mit MdB Mattfeldt

 

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung hatte die CDU Thedinghausen am vergangenen Dienstag die Verantwortlichen von Unternehmen der Samtgemeinde zu einer Diskussion mit MdB Andreas Mattfeldt in die Straußenfarm Werder geladen. 14 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer unterschiedlicher Branchen haben die Einladung angenommen und Ihre Wünsche und Kritik an die versammelten CDUMandatsträger aus Bund, Kreis und Samtgemeinde und Bürgermeister vorgetragen. Mit den anwesenden CDU-Mitgliedern nahmen über 40 Personen teil.

In der rege geführten Diskussion stellten sich 3 Themengebiete heraus, bei denen alle Unternehmen dringenden Handlungsbedarf sehen: Mobilfunk- und Breitbandausbau, Fachkräftemangel, Verkehrssituation, Energiepreise sowie das geplante Gesetz zur Arbeitszeiterfassung. Der schleppende Breitbandausbau und gleichzeitig schlechte Mobilfunkverbindungen sind inzwischen ein nicht mehr hinnehmbares Hindernis im Alltag. „Meine Geschäftspartner haben kein Verständnis, das ich oft mobil nicht erreichbar bin!“ so Jörg Lefers, Geschäftsführer der ALLCO Heimtierbedarf GmbH aus Wulmstorf. Dazu Andreas Mattfeldt: „Der Ausbau geht voran, leider nur schleppend, aber spürbare Verbesserungen sind jetzt Dank der Förderprogramme von Bund und Land und dem Engagement des Samtgemeinderats in Sicht“. Ergänzend erläutert Ralph Landwehr, CDURatsmitglied, die laufenden Ausbauarbeiten und Förderanträge über deren Fortgang auf www.thedinghausen.de immer aktuell informiert wird. Die Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Fachkräften stellen bei allen Anwesenden inzwischen ein Wachstumshemmnis dar. Potenzielle Kandidaten mit Wohnsitz jenseits der Weser sind abgeschreckt von der Verkehrssituation und den daraus resultierenden langen Fahrzeiten. Andreas Mattfeldt: „Jetzt rächt es sich, dass wir vor Jahren keine politischen Mehrheiten zur Durchsetzung eines weiteren leistungsfähigen Weser-Übergangs, z.B. in Intschede, organisieren konnten“. Dabei schließt er ausdrücklich die eigene Partei mit ein. Aber: „Wenn man das will, geht es auch jetzt noch!“ appelliert er an die anwesenden Mandatsträger. Das gerade beschlossenen Fachkräftezuwanderungsgesetz schaffe immerhin mehr Möglichkeiten bei der Anwerbung, ergänzt er. Die Verkehrssituation in und um Thedinghausen führt aber auch konkret zu mehr Kosten durch verlängerte Fahrtzeiten bei Unternehmen mit Außendienst, ergänzen Birgit Knief von der Elektro Knief GmbH und Hans-Ludwig Durka von der Automatisierungs Team Tote GmbH, gleichzeitig Vorstandsmitglied der GDS Thedinghausen. „Der Verkehrsfluss in der Braunschweiger Straße muss dringend verbessert werden“ fordern beide. Thedinghausens Bürgermeister Thomas Metz verweist auf die auf CDU-Initiative eingerichteten AG Verkehr: „Wir sind in der Bestandsaufnahme und erarbeiten konkrete Lösungsmöglichkeiten“. Die aktuellen Diskussionen rund um klimafreundliche Energiegewinnung waren natürlich auch in dieser Runde Thema. Auch in unserer Samtgemeinde gibt es Unternehmen, die sehr viel Energie in Form von Strom für ihre Produktion benötigen. Da ist der Strompreis ein wichtiger Faktor! „Als einziges Land in der EU steigen wir gleichzeitig aus 2 grundlastfähigen Energieträgern, Kernkraft und Kohle, aus“, so MdB Mattfeldt, „Beides ist sinnvoll, gerade Kohle ist nicht zukunftsfähig“. Doch die aktuell verfügbaren Alternativen böten keine ausreichende Versorgungssicherheit und Preisstabilität und gefährden somit auch Unternehmen in der Samtgemeinde. „Hier vermisse ich klare Aussagen, was man denn will und nicht nur, was nicht“ fordert Mattfeldt. Das Thema „Arbeitszeiterfassung“ mit dem dazu geplanten Gesetz wird nicht nur bei den Anwesenden aus Handwerk und Industrie kritisch gesehen. „Gerade der Gastronomie entstehen weitere Kosten und es werden zusätzliche Hürden aufgebaut“ so Heike und Frank Scholvin-Ortmann aus Riede, „Der Personaleinsatz bei längeren Veranstaltungen wird fast
unmöglich“. So müsse man sich nicht wundern, wenn auch angesichts dessen kleine Gastronomiebetriebe in den Gemeinden aufgeben. „Dieses Bürokratiemonster brauchen wir so nicht“, so MdB Mattfeldt dazu denn „faire Arbeitsbedingungen und faire Entlohnung werden dadurch nicht wahrscheinlicher“. Nach über 2 Stunden endeten die intensiven Diskussionen. Die zuvor abgehaltene Jahreshauptversammlung des CDU Verbands in der Samtgemeinde Thedinghausen konnte Vorsitzender Thomas Metz in kurzer Zeit abwickeln, da lediglich die Wahl eines neuen Kassenprüfers anstand. Hier wurde einstimmig Mario Hoffmann aus Einste gewählt. Er ist durch Zuzug aus Verden neues Mitglied im hiesigen Verband und als Kreistagsmitglied ein neuer Aktivposten.



Einen Kommentar schreiben